Mittwoch, 2. September 2015

Doctor Who | Gridlock (3x03)

Die Menschheit ist seit Jahren im Stau gefangen. Ich denke, damit kann sich hier so mancher identifizieren, es könnte aber auch irgendwie eine Metapher sein, da will sich "Gridlock" jetzt nicht unbedingt festlegen. Herausgekommen ist eine Folge, über deren Logik man sich die Haare raufen kann, oder man genießt einfach die bunte Schar kruder Figuren. Achtung, Spoiler!

Der Doctor und Martha landen im New York fünf Millionen Jahre in der Zukunft und das hat sich seit dem letzten Besuch wirklich enorm verändert. Die gesamte Menschheit ist in einem gewaltigen Verkehrsstau gefangen, viele von ihnen sind bereits Jahre unterwegs und in der Zeit nicht nennenswert vorangekommen. Als Martha entführt wird, um eine Dreiergruppe zu vervollständigen, die dadurch endlich auf die Schnellstraße darf, hangelt sich der Doctor als Anhalter von Auto zu Auto, bis ihn die Katzen-Nonne Hame findet, die ihn zum Face of Boe bringen will.

Ein endloser Verkehrsstau? Echt jetzt? Und keiner dieser Menschen kam in all den Jahren jemals auf die Idee, hey, ich lauf lieber? Normalerweise ist es ja wirklich kein Problem, über gewisse Logikprobleme hinwegzusehen, aber die Idee von "Gridlock" ist in sich bereits so unsinnig, dass ich gar nicht wüsste, wo ich anfangen soll. Das Einzige, was verhindert, dass die Folge komplett absackt, ist das Sammelsurium skurriler Charaktere, denen der Doctor bei der Suche nach Martha begegnet.

Worüber wir an dieser Stelle natürlich als allererstes sprechen müssen, ist das Face of Boe. Es kommt mir zwar irgendwie ein bisschen random vor, dass es Jahrmillionen dort gewartet hat, in der vagen Hoffnung, dass der Doctor irgendwann in einem Anflug von Nostalgie an den Ort zurückkehrt, an dem er mal fast von Katzen-Nonnen getötet wurde, aber hey, wer will bei so einer chaotischen Folge pingelig sein? Das Face of Boe hat jedenfalls gewartet, bis der Doctor kommt, um heldenhaft die Menschheit zu retten und die schicksalhaften Worte "you are not alone" zu sprechen. Ich weiß, irgendwie sollte diese Szene wohl emotionale Schwere vermitteln, das wurde aber dadurch zunichte gemacht, dass Martha zwei Minuten später mit leuchtenden Augen fragt, er meint mich, oder? Oder? Sensibilität kann man dem Doctor auch nicht gerade unterstellen.

Wirklich viel mehr lässt sich über diese Folge gar nicht philosophieren, auch wenn man den Verdacht haben könnte, dass dieser ewige Stau so eine Art Metapher für die Menschheit sein soll. Aber wie gesagt, in dem Fall schneiden die Menschen nicht besonders gut ab, also sprechen wir nicht drüber. Der Einfall, dass Stimmungen als Droge verkauft werden, und dass am Ende das überhaupt für das Aussterben der gesamten Stadt verantwortlich war, war ein interessanter Ansatz, der leider nur unzureichend ausgespielt wurde. Und woher die Macra kamen, diese irgendwie an die Sandwürmer aus "Dune" erinnernden Monster im Untergrund, das wurde jetzt nicht so wirklich erklärt, oder?

Notelock. Das titelgebende "Gridlock" bedeutet übersetzt "Verkehrsstillstand", im übertragenen Sinne aber auch "Stillstand", was ich wiederum für einen sehr cleveren Titel halte. Ach, und wie romantisch, als sie dann im Stau plötzlich alle singen. Wenn auch der Doctor unsensibel ist, so ist Martha immerhin Weltmeisterin darin, subtile Zaunpfähle zu ignorieren. Ich meine, er weicht jedes Mal aus, wenn sie nach seiner Heimatwelt fragt, und sie bohrt trotzdem immer weiter und weiter?

Worum wird es in "Daleks in Manhattan" wohl gehen? Ich wage einmal eine mutige These und sage … Schweine-Aliens! Ja? Nein? War ja nur ein Tipp.

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